Ladeinfrastruktur: Grosse Herausforderungen für die Branche bis 2025 – 2030!

By Gordian Hense
Dringend nötige LadeinfrastrukturDringend nötige Ladeinfrastruktur

Thema Ladeinfrastruktur!

Die EU hat im Jahr 2019 das erste mal CO2 – Ziele für den Schwerkraftverkehr definiert und verabschiedet. Diese müssen bis im Jahr 2025 angewendet werden. Demnach muss der Schwerkraftverkehr in der EU im Jahre 2025 seine CO2 – Bilanz um mindestens 15 % reduziert haben. Ab dem Jahr 2030 wird dieser Wert sogar auf 30 % erhöht.

Die Schwerkraftverkehr-Industrie, die in der EU liefern will, muss sich also massiv auf Veränderungen einstellen. Vielen ist klar, dass diese Ziele für Lastwagen nur durch den Umstieg auf Elektromobilität durchgeführt werden kann. Dazu ist eine funktionierende Ladeinfrastruktur an den richtigen Standorten und mit den nötigen Kapazitäten notwenig. Die Branche muss die Ladestationen bis 2025 nahezu vervierfachen, bis 2030 sogar verachtfachen und die Kapazitäten massiv erhöhen. Das Berichtet jetzt die European Automobile Manufacturers’ Association.

„Offensichtlich kämpft unsere Branche derzeit mit unmittelbaren Problemen im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise“, erklärte Henrik Henriksson, Vorsitzender des ACEA-Vorstands für Nutzfahrzeuge und CEO von Scania. „Trotzdem behalten wir die langfristigen Klimaziele im Auge. Weder die Lkw-Branche noch die Politik können es sich leisten, den Ball in diesem Bereich jetzt fallen zu lassen.“

Und weiter:

Henriksson: „Diese CO2-Ziele für Lastkraftwagen setzen äußerst anspruchsvolle Meilensteine auf dem Weg zur Klimaneutralität. Um diese steilen Reduktionen zu erreichen, sind wir entschlossen und bereit, eine wachsende Zahl von Null-Emissions-Lkw auf den Markt zu bringen.

Noch überwiegend Diesel 97.9 %

Die überwältigende Mehrheit der in Europa verkauften Lastkraftwagen fährt jedoch auch heute noch mit Diesel, da es sich dabei um den bequemsten und kosteneffizientesten Energieträger handelt, der den Transportunternehmen zur Verfügung steht. Zum ersten Mal zeigen die Statistiken nun die genaue Zusammensetzung des EU-Marktes für neue Lkw nach Kraftstoffart. Diese neuen Zahlen zeigen, dass 97,9 % aller 2019 verkauften mittleren und schweren Lkw mit Diesel, 0,1 % mit Benzin, 1,7 % mit Erdgas, 0,2 % mit Elektroantrieb und 0,1 % mit Hybridantrieb betrieben wurden.

Wenn wir bis 2030 vorspulen, sollte eine Flotte von etwa 200.000 batterie-elektrischen Lastwagen in der EU in Betrieb sein, um das für dieses Jahr festgelegte CO2-Ziel zu erreichen, so die Schätzungen des ACEA. Bei etwa 700 mittleren und schweren batterieelektrischen Lastkraftwagen (über 3,5 Tonnen), die im vergangenen Jahr verkauft wurden, bedeutet dies, dass der Absatz von Elektro-Lkw in den nächsten 10 Jahren um das 28-fache steigen muss.

Henriksson: „Die Einführung eines dichten Infrastrukturnetzes für alternativ angetriebene Lkw ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Verwirklichung eines CO2 neutralen Straßengüterverkehrs. Wir brauchen dringend verbindliche Zusagen für die Einführung von mindestens 37.000 Ladepunkten, 50 Wasserstofftankstellen und 750 LNG-Stationen, die für schwere Nutzfahrzeuge geeignet sind, in Europa, bereits bis 2025″.

Schwere Nutzfahrzeuge können die Infrastruktur von Personenkraftwagen wegen ihres viel höheren Leistungs- und Energiebedarfs sowie wegen der spezifischen Anforderungen an Platz, Parken und Zufahrt einfach nicht nutzen. Wenn Europa diese Mindestanforderungen erreichen will, müssen jetzt verbindliche Ziele für die Lkw-Infrastruktur der Mitgliedsstaaten durch die Richtlinie über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe festgelegt werden, drängt der ACEA.

Fehlende Standards

Fehlende technische Standards sollten ebenfalls definiert werden, und die notwendigen Standardisierungsprozesse müssen sofort beginnen. Schließlich werden Investitionen in die Lade- und Betankungsinfrastruktur erhebliche finanzielle und administrative Unterstützung durch die EU und die nationalen Regierungen erfordern. Insbesondere die Verkehrsbetriebe sollten Anreize erhalten, frühzeitig in private und halböffentlich zugängliche Depot-Ladestationen zu investieren.

Öffentlich erreichbare Ladestationen EU
Aktuell vorhanden Benötigt bis 2025 Benötigt bis 2030
DC < 100 kW < 10* 4’000 50’000
DC < 100 kW Depot** k.A. 20’000 200’000
DC = 350 kW 0 11’000 20’000
DC > 500 kW 0 2’000 20’000

*  Keine genauen Angaben vorhanden
** Depot Ladestationen, die nicht öffentlich zugänglich sind

Öffentlich erreichbare Wasserstoff-Tankstellen EU
Aktuell vorhanden Benötigt bis 2025 Benötigt bis 2030
H2 Stationen* 16** 50 500

*  Komprimiert, flüssig
** 350 bar für Busse

Öffentlich erreichbare Gas-Tankstellen EU
Aktuell vorhanden Benötigt bis 2025 Benötigt bis 2030
CNG Stationen 300 400 500
LNG Stationen 252 750 1’500

 

Grosse Herausforderung aber auch Chance

Mit der Verordnung zur Festlegung von CO2-Normen für schwere Nutzfahrzeuge wurde ein wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einem CO2 neutralen Straßenverkehr durchgeführt. Wie die Daten aber zeigen ist dafür noch sehr viel zu leisten. Auf der einen Seite fehlen noch die Fahrzeuge, die ja auch noch von den Unternehmen in Betrieb genommen werden müssen. Und auf der anderen Seite fehlt noch die Infrastruktur um die Fahrzeuge auch an den wichtigsten Stellen wieder aufzuladen. Sowohl Hersteller von Lastwagen wie auch Hersteller von Ladeinfrastruktur bzw. Stromversorgung haben eine grosse Herausforderung vor sich, die aber auch grosse Chancen bietet.

Lastwagen Veränderung

Veränderung des Schwerkraftverkehr

 

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