Battery Day Tesla – Juni 2020 Vorausschau – sensationeller Ausblick!

By Gordian Hense
Tesla Battery Day 2020Tesla Battery Day 2020

Wie bekannt wurde, ist der nächste „Battery Day“ von Tesla bzw. Elon Musk, welcher eigentlich im April, dieses Jahres  stattfinden sollte, nun auf den Juni verschoben worden. Vermutlich findet er wohl nur als Webcast statt. Dennoch sind die Einzelheiten, die bereits durchgesickert sind, sehr vielversprechend. Elon Musk hat, teilweise auf Twitter selber, aber auch indirekt über andere Quellen bereits einige interessante Neuheiten angekündigt. Genaues aber werden wir wohl erst dann erfahren. Dennoch haben Jesse & Zack von „Know you know“ einen gelungen Video-Beitrag vorbereitet, welches wir Ihnen hier zeigen wollen. Die wichtigsten Fakten daraus erläutern wir hier.

Tesla mit Elon Musk hält wichtige Trümpfe in der Hand

Auf dem Battery Day wird Elon Musk weitere Details zu der Strategie enthüllen, wie Tesla seine Mission weiter erfüllen will. Die da lautet: Tesla’s mission is to accelerate the world’s transition to sustainable energy! Aus Tesla – einem Autohersteller – wird in diesem Zusammenhang, immer mehr, ein Technologieunternehmen und sogar ein Energielieferant. Der Wert wird durch die Massnahmen so steigen, dass auch deswegen Tesla wahrscheinlich bald in die S&P 500 aufgenommen wird. Was für das Unternehmen weitere finanzielle Mittel freisetzen wird. Die anderen Autohersteller werden also in Zukunft in Tesla nicht nur einen Autohersteller als Konkurrenten haben, sondern ein Unternehmen, dass ein ganzes Konzept zur Energieerzeugung – und Handel anbieten kann. Kunden von Tesla können damit sehr viel Geld sparen oder verdienen, je nachdem wie sie sich einrichten. Und das tolle ist, Tesla wird sowohl als auch daran verdienen. Hier kommen die Einzelheiten.

Besser, kleinere und leichtere Batterien mit mehr Kapazität für weniger Geld – Tera-Factory statt Giga-Factory!

Mehr Eigenproduktion & Patente & besser Materialien

Der Vorsprung vor der Konkurrenz wird ausgebaut. Tesla hat in der Vergangenheit schon immer stark an der vertikalen Integration der wichtigsten Bauteile seiner Autos und dem Gesamtkonzept selber gearbeitet. Die älteren Batteriezellen werden noch bei Panasonic (NCA-Zellen) bzw. LG Chem (NMC-Zellen) gefertigt und in den Tesla Werken zu ganzen Batterien zusammengebaut. Die neue Generation der Batterien, die Musk wohl an dem Event vorstellen dürfte, werden selber im eigenen Werk hergestellt. CATL, aus China, liefert dazu die Vorfertigprodukte. Die neuen Batteriezellen werden aus Lithium-Eisenphosphat Zellen (LiFePO4) bestehen, die 50 % Nickel und nur noch 20 % Kobalt enthalten werden. Die neuen Zellen sollen bei kleinerer Baugrösse wesentlich mehr Energie speichern können, weniger Wärme erzeugen und einen geringeren Widerstand beim Laden bzw. Entladen haben. Das heisst man kann schneller, mehr Strom laden und mehr auf kleinerem Raum speichern als bei älteren Modellen. Entladen natürlich auch. Ausserdem, trägt Tesla, mit weniger Kobalt dem allgemeinem Wunsch nach Nutzung nachhaltiger Materialien Rechnung und senkt zugleich die Kosten dafür.

Trocken-Elektroden helfen Zeit, Energie und Kosten sparen

Tesla hatte bereits, in der Vergangenheit, den Kondensator-Spezialisten „Maxwell Technologies“ aufgekauft. Dieser hält Patente und Technologien zur Entwicklung von Trocken-Elektroden die in Zukunft einen wesentlich grössere Energiedichte versprechen. So sollen die Kapazitäten von heute 300 Wattstunden pro Kilogramm in den Zellen, zukünftig auf rund 500 Wattstunden pro Kilogramm erhöht werden. Rund um diese Entwicklung hat Tesla mehrere Patente angemeldet, welche weitere Entwicklungen zur Leistungssteigerung und Kostensenkung bedeuten werden.

Durch diese Schritte erhöht Tesla die vertikale Integration von Einzelschritten der Fertigung in die Produktion und damit den Wert des Unternehmens. Denn das Know-How darüber und die Eigenständigkeit gegenüber der Konkurrenz wird damit auf einen Schlag sehr viel mehr wert sein. Auf dem „Battery Day“ hoffen alle von Musk genauere Angaben hierzu erfahren zu können.

Kostensenkung & Zeitersparnis & Effizienzsteigerung durch besseres Produktionsverfahren

Bei dem neuen Design der Batterien, mit Trocken-Elektroden, werden einige kostensenkende bzw. effizienzsteigernde Effekte erzielt. Ein Kostenblock bei der Fertigung von Batterien ist der Trocknungsvorgang der Chemikalien, die in den Zellen eingeschlossen werden. Dieser Vorgang kostet sehr viel Zeit und es muss viel Energie zum Trocknen aufgewendet werden. Beides kostet viel Geld. Durch Produktion von Trocken-Elektroden kann Tesla sich die Zeit und die Energie sparen und somit die Fertigungskapazität in den bestehenden Werken um ein Mehrfaches erhöhen. Elon Musk sprach davon, dass die „Gigafactories“ in Zukunft in „Terafactories“ umbenannt würden, da dort die Fertigungskapazität der Energiespeicher, durch die neue Technologie, in den Bereich Terawatt gesteigert würden. Das bedeutet natürlich, dass Tesla bei gleichen oder sogar niedrigeren Kosten mehr Autos in der gleichen Zeit herstellen kann, als in der Vergangenheit.

Rasante Entwicklung der Batterie-Technologie treibt die Branche weiter

Die Batterie – Technologie ist zur Zeit in einer glühenden Entwicklung. Viele Unternehmen, besonders aus China, haben rasante Fortschritte angekündigt. BYD, neben CATL einer der jetzt schon grössten Batteriehersteller in China, baut derzeit in einem neuen Tochterunternehmen FinDreams Ltd. an den neuen Batterien namens „Blade“. Sie sollen viel leichter werden als herkömmliche Batterien, aber mehr Strom speichern können. Vor allem aber sollen die thermischen Probleme verringert werden und die Sicherheit erhöht. Also wird man sie auch schneller laden und entladen können. Der Name „Blade“ beschreibt die geringe Bauhöhe. Die Form erinnert an einen Computer, der in ein Rack geschoben wird. Diese werden auch „Blade“ genannt. Gleichzeitig sollen die Kosten um zweitstellige Prozentsätze fallen. Die Stückkostendegression, bei immer mehr gefertigten Elektroautos, macht sich immer mehr bemerkbar. Da die Batterie rund 80 % der Kosten eines Elektroautos ausmachen, werden sich fallende Kosten für Batterien auf den Kaufpreis von E-Autos auswirken.

 

Tesla und jeder Tesla-Besitzer wird zum Energieversorger

Tesla’s Mission ist nicht „baut mehr Elektroautos“ sondern „Tesla’s Mission ist, den Übergang zu nachhaltiger Energie auf der Welt zu beschleunigen!“ Tesla hat erkannt, dass es mit seiner Flotte, an nun bereits 1 Mio. fahrenden Elektroautos, auch einen riesigen mobilen Strom-Speicher nutzen kann. Ein Konzept von Tesla ist auch deshalb die Besitzer der Tesla’s an einem Geschäftsmodell teilhaben zu lassen, von dem beide Gruppen profitieren können und gleichzeitig die Förderung nachhaltiger Energie erreichen.

Schon jetzt verkauft Tesla in den USA und vielen anderen Ländern neben den Autos auch Strom-Speicher, Solar-Anlagen und Software um die Energie steuern zu können. Ein gutes Beispiel dafür ist z.B. das Projekt „Hornsdale Power Reserve„.

Aber auch die vielen Tesla – Autobesitzer. Ein Haus mit Solaranlage auf dem Dach, einer Wallbox bzw. Powerwall in der Garage und einem Tesla der daran angeschlossen ist, ist wie eine kleines Energieunternehmen, dass den Strom sowohl erzeugen als auch verbrauchen kann. Was wäre aber, wenn man solche Systeme zu einem grossen Netz (Grid) zusammenschliessen könnte? Wenn der Nachbar gerade keinen Strom hat, aber seinen Wagen aufladen möchte, bekommt er ihn einfach vom Nachbarn nebenan. Das will Tesla erreichen. Strom produzieren, im Netz verkaufen und kaufen wenn man ihn braucht. Eine Software und die Hardware dafür hat Tesla bereits. Die Kostenvorteile bzw. Gewinne die Besitzer und Tesla damit erzielen können sind enorm. Die Kalkulation für den Kauf eines Autos werden damit komplett auf den Kopf gestellt.

Autobidder von Tesla steuert die Stromversorgung

Die Software „Autobidder„, von Tesla, bietet Stromerzeugern die Möglichkeit ihre Batterie- bzw. Energieressourcen unabhängig zu monetarisieren. So kann ein Besitzer eines Tesla’s den Strom seiner Solaranlage oder aus der Powerwall oder aus der Batterie seines Autos über das Stromnetz anderen verkaufen. Und umgekehrt kaufen, wenn der Strompreis günstig ist. Steuert er das geschickt, kauft er Strom wenn er billig ist und verkauft ihn wenn er teuer ist. Vollautomatisch durch die Software. Er kann  also an den Differenzen verdienen und so sowohl das Auto wie das System schnell amortisieren. Je mehr Tesla-Besitzer und andere Teilnehmer dabei mit machen, um so effizienter wird das System. Und einen anderen Nebeneffekt hat das Ganze noch: Der Strom wird billiger. Auch für industrielle Teilnehmer ist das sehr interessant. Tesla hat dazu bereits in England eine Lizenz als Energieversorger beantragt.

TCO – Total Cost of Ownership wird damit für jeden Tesla-Besitzer noch wichtiger

Stellen Sie sich vor, Tesla baut das Grid – System aus. Was Tesla ja vorhat. Nehmen wir an, jeder der 1 Mio. Tesla’s, die es gibt und auf den Strassen herumfahren, haben eine Batterie mit Kapazität von 75 kWh (einige haben ja mehr und andere weniger). Das sind zusammen 75 GWh Speicherkapazität. Das Projekt Hornsdale, das Tesla mit Speichern ausgestattet hat, hat 180 MWh Kapazität und hat 90 Mio. Dollar gekostet. Dann ist der Speicher der Tesla – Flotte rund 52 Milliarden Dollar wert. Jeder Tesla hätte daran einen Anteil von 36’000 US$. Man könnte also sagen, jeder der sich einen Tesla gekauft hat, hat sich auch einen Anteil an dem neuen Grid mit gekauft, dass einen Gegenwert von 36’000 US$ hat. Er wurde automatisch 36’000 US$ reicher. Kein schlechtes Geschäft.

Wenn Tesla das Grid-System errichtet und hochfährt, wird jeder Tesla um diesen Betrag wertvoller. Denn anstatt des Tesla, müsste man die gleiche Speicherkapazität und die Mitgliedschaft im Grid viel teurer bezahlen. Es ist also eine vorweggenommener Wertsteigerung des Autos. Auf jeden Fall kann man das beim Verkauf des Autos als Preisanteil mit einkalkulieren.

VPP – Virtual Power Plant, VTG – Vehicle to Grid machen aus Tesla ein Energieunternehmen

Alle zusammengeschlossenen Tesla’s, Wallboxen und Solaranlagen werden zu einem VPP (Virtual Power Plant) – einem virtuellen Energieunternehmen. Das durch die Software Autobidder den Strom zwischen allen teilnehmenden Mitgliedern verkauft und kauft. Tesla stellt sich sogar vor, dass man so einen Tesla an einer öffentlichen Ladestation temporär zu einem Zwischenspeicher machen kann, der lokal Strom liefert – einem VTG (Vehicle to Grid). So kann man sogar während seines Business-Meetings in einer anderen Stadt über Autobidder verdienen oder eben einfach nur Strom laden.

Zukünftig verschiedene Geschäftsmodelle möglich – Batterie leasen und Geld verdienen

Eine Überlegung, in diesem Zusammenhang, ist auch, dass es verschiedene Geschäftsmodelle geben kann. Zum Beispiel, man kauft einen Tesla, viel billiger als heute, ohne Batterie und least die Batterie dazu. Die monatliche Leasingrate für die Batterie verdient man sich durch die Teilnahme im Grid. Im idealen Fall, wenn man viel am Netz hängt, kann man sogar einen Überschuss verdienen.

Die andere Überlegung ist, man kauft einen Tesla inkl. Batterie und nimmt am Grid teil. So kann man den Kaufpreis in einer bestimmten Zeit amortisieren. Es ist dann das eigene unternehmerische Risiko auszuwählen, wie man agieren möchte. Aber egal wie, als Tesla-Besitzer kann man das Grid nutzen und die CTO seines Tesla bzw. seiner Energie-Anlage monetarisieren. Welcher andere Autohersteller bietet das an? Oder hat das in der Planung?

Noch ein  Plus für Besitzer älterer Tesla’s

Schon vor einiger Zeit hat Tesla die Firma Redwood Materials, in Nevada, aufgekauft. Redwood ist ein Spezialist für Recycling u.a von Batterien. Der Gründer ist ein ehemaliger Tesla-Mitarbeiter. Es wird überlegt, dass Besitzer älterer Tesla’s ihre Batterie-Systeme bei Redwood in die Überarbeitung geben können. Der Vorteil: Sie erhalten eine neue leistungsfähigere Batterie inkl. Software und können damit auch an dem Grid teilnehmen. Tesla-Besitzer könnten zu ihrem Service Point fahren. Die Batterie-Unit inkl. System und Software würde ausgetauscht. Und zurück kämen sie, mit einem Tesla der eine neue Batterie mit aktuellen Leistungsdaten hätte, inkl. der Möglichkeit an dem Grid teilzunehmen. Für jeden Tesla Besitzer würde das einen echten Vorteil bedeuten und jedes Fahrzeug um einige zehntausend Dollar wertvoller machen. Ein alter Tesla würde auf einen Schlag praktisch zu einem neuen Auto mit dem Mehrwert an dem Grid auch Geld verdienen zu können. Was für eine geniale Idee. Das wird mit keinem anderen Konkurrenzmodell möglich sein.

Der Wert des Unternehmens Tesla wird steigen

Egal welche Details, über die hier genanten hinaus, am „Battery Day“ heraus kommen mögen, der Wert des Unternehmens Tesla wird massiv steigen. Und wir werden alle einen grossen Schritt in die Richtung nachhaltiger Energieversorgung geführt. Natürlich werden die Dinge in den USA und deren assoziierten Ländern leichter und schneller vonstatten gehen, als bei uns. Es sollte aber gerade dann ein Ansporn sein, auf diesem Weg nicht abgehängt zu werden. Für die Menschen und Unternehmen in den Ländern, in denen das am ehesten möglich ist, besteht langfristig ein klarere Wettbewerbsvorteil gegenüber uns.

Auch wenn Elon Musk in der Vergangenheit viele Dinge wortgewaltig angekündigt hat, er hat sie in den meisten Fällen eingehalten. Die genannten Dinge liegen auch auf der Hand. Tesla und Elon Musk haben die Vorraussetzungen die Dinge so umzusetzen. Andere sind davon weit entfernt. Wir können also alle mit Spannung auf den „Battery Day“ warten.

 

Ich gebe mit diesem Artikel keine Aktienempfehlung ab, sondern äussere meine eigene Meinung zu den Entwicklungen rund um Tesla und zum „Battery Day“.

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