BMWs Konkurrenz für Tesla kommt erst 2021

BMWs Konkurrenz für Tesla kommt erst 2021
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BMW setzt, laut der Rede von Harald Krüger (Vorsitzender des Vorstandes) am 12. Mai 2016 auf der Hauptversammlung in München, in erster Priorität weiter auf den Ausbau der „Evolution“ – soll heissen – auf die etablierten Fahrzeuglinien des Werkes. Durch die renditestarke „Evolution“ soll dann die „Revolution“ finanziert werden – das sind die Fahrzeuge von BMW i.

Wir wachsen in den renditestarken Segmenten. Mit der Evolution finanzieren wir auch in den nächsten Jahren die Revolution. Revolution im Automobilbau, das ist seit 2013 der elektrische BMW i3. Damit zum Ausbau von BMW i. Über 50.000 i Fahrzeuge haben wir bisher verkauft. Doch BMW i ist mehr als ein Auto.

Jedoch kann man den BMW i3 nicht als Konkurrenz zu den Fahrzeugen von Tesla bezeichnen. Dazwischen liegen Welten. Immerhin liefert Tesla bereits seit 2009 das Model S in Serie an die Zielgruppe der BMW – Fahrzeuge. Und zwar im oberen Marktsegment. Der i3 zielt auf Einsteiger. Nicht nur das BMW kein passendes Modell in dieser Zielgruppe (Tesla Modell S) anzubieten hat, es liegen auch im Minimum 4 Jahre Entwicklungs- und Markterfahrung dazwischen. Und es kommt noch schlimmer. Ein passables Gegenstück zu den top Modellen von Tesla soll erst im Jahr 2021 kommen.

BMW i gewinnt neue Kunden für BMW. BMW i ermöglicht den Zugang zur Elektromobilität. 20 Prozent unserer Carsharing Flotte DriveNow sind bereits elektrisch angetrieben. Ich habe immer betont: Elektromobilität ist ein Marathon, kein Sprint. Wir bauen BMW i weiter aus: In wenigen Wochen kommt ein i3 mit erhöhter Batteriekapazität. Sie steigt um 50 Prozent. 2018 kommt ein BMW i8 Roadster. 2021 folgt der BMW i NEXT. Unser neuer Innovationsträger soll autonom fahren. Er ist digital vernetzt. Er besteht aus intelligentem Leichtbau. Er weist ein völlig neues Interieur auf. Und er bringt die nächste Generation der Elektromobilität auf die Straße.

Den BMW i8 kann man – für 2018 angekündigt – getrost als Liebhaberfahrzeug betrachten. Er wird keine nenenswerten Marktanteile für BMW auf dem Markt für reine Elektroautos bringen können. Tesla dagegen will ab 2017 bereits das Modell 3 in grosser Serie weltweit ausliefern. Das Modell 3 zielt auf das Marktsegment der BMW i3, i4 oder i5, von denen nicht mal die Rede ist. Erst 4 Jahre später soll dann von BMW das Modell NEXT auf den Markt kommen, welches in der Oberklasse dann ein Pendant zu Teslas Modell S sein kann. Aber wer weiss, was Tesal bis dahin noch auf den Markt bringt. BMW bremst alle Erwartungen Tesla Paroli zu bieten gewaltig aus. Im Grunde kann man sagen, bis 2021 passiert bei BMW nicht wirklich was in Sachen Elektromobilität, was auf den Massenmarkt ausgerichtet ist. Und die Aussagen kommen noch schlimmer.

Die Zukunft gehört der nachhaltigen Mobilität. Wir sehen darin Auftrag und Verpflichtung zugleich. Wir gehen weiter unseren Weg. Welcher Antrieb sich durchsetzt, ist noch offen. Wir sind vorbereitet: Wir optimieren den Verbrennungsmotor mit Efficient Dynamics NEXT. Dabei spielt auch der effiziente Dieselmotor weiter eine wichtige Rolle. Wir elektrifizieren unsere Fahrzeuge mit Batterie für die Kurzstrecke und mit der Brennstoffzelle für lange Strecken.

Das heisst im Klartext. BMW setzt auf der Langstrecke weiter auf Diesel und Brennstoffzelle – nicht auf Elektro. Das ist aus Sicht aller Kenner der Märkte vollkommen am Markt vorbei. Die Rede und die Angaben zeigen, dass BMW nicht nur weit hinter der Entwicklung eines Elektroautos hinterher hinkt, vermutlich weil sie es nicht anders können, sondern auch, das BMW nicht gewillt ist auf diese Entwicklung einzusteigen. Denn es ist ja von enromer Wichtigkeit ob die grossen Automobilhersteller sich auch an der Infrastruktur für Elektroautos beteiligen. Diesem Ansinnen hat BMW also hier eine Absage erteilt. Mal sehen wie lange sich die Aktionäre von BMW das gefallen lassen.

Rede Krüger HV 2016

Versteigerungen

Über den Autor

Gordian Hense
Gordian Hense, Dipl. Wirtschaftsingenieur (FH) war lange Jahre in der Deutschen Automobilindustrie tätig und beschäftigt sich seit dem mit diesem Thema. Neben Fahrzeugen aller Art begeistern ihn auch die Themen Software, Internet, Online-Marketing, Politik, Wirtschaft und Gesundheit.

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