Elektroauto aus China im Premium Segment zu Kampfpreisen

By Gordian Hense
Ai-Ways U5Ai-Ways U5

In Europa wird das Vorgehen der Chinesen oft herunter gespielt oder tendenziös dargestellt. Ein wirtschaftliches Wachstum, des 1.5 Milliarden Menschen Reichs, von 6 % wird hier von Medien als negativ dargestellt. Und das nur, weil es vorher noch viel höher lag. Zum Vergleich, Deutschland lag 2018 bei 1.5 % und die Schweiz bei 2.5 %. Die Aussichten für die Zukunft sind in beiden Ländern noch geringer. Noch dazu muss man ja das Gesamtvolumen wahrnehmen. Ein Wachstum von 6 % ist bei einem BIP von 12.3 Billionen Dollar, in China, eine Zunahme von 738 Milliarden Dollar pro Jahr. In Deutschland sind 1.5 % von einem BIP von 3.4 Billionen Euro nur ein Zuwachs von 51 Milliarden Euro, ein vierzehntel von dem Chinesischen Zuwachs. Müssig zu erwähnen, dass es in der Schweiz absolut noch viel weniger ist.

Ai-Ways „U5“ ein schlichter Name – ein massives Understatement

In diesen Dimensionen muss man auch in der Automobilindustrie denken. So stellt die erst vor ca. zwei Jahren gegründet Firma Ai-Ways aus China, just in diesen Tagen, ihr erstes Auto im Premium – Segment vor. Den schlicht bezeichneten U5. Das ist, bis auf den Preis, aber auch das einzige was an diesem Elektroauto schlicht ist. Selber bezeichnet Ai-Ways den U5 als „eine Kombination aus intelligentem und minimalistischem Stil mit praktischer und funktionaler Ästhetik.“ Obwohl das Unternehmen erst vor ein paar Wochen die Fertigung gestartet hat, wurde der U5 bereits jetzt in Genf am Internationalen Autosalon vorgestellt. Im September 2019 sollen die ersten Fahrzeuge in China ausgeliefert werden und Anfang 2020 wird der Elektroauto-SUV auch in Europa zu haben sein.

Schlichtes aber passendes Design in der Premium-Klasse

Das ordentlich, unprätentiöse und zeitgerecht designte Fahrzeug ist in seinen Dimensionen in etwa vergleichbar mit einem Opel Grandland X. Wie bei allen Elektroautos fehlt der Front ein Kühlergrill oder ähnliches Design. Lufteinlässe würde ja auch nur den Fahrwiderstand erhöhen. Der Rest des Wagens verzichtet auch auf extravagante Elementen und Verschnörkelungen. Auch der Innenraum, des SUVs, ist eher grosszügig, unspektakulär eingerichtet. Dennoch entspricht die Materialauswahl und Anmutung der Premium-Klasse. Dementsprechend werden sich alle SUV – Anbieter zwischen Audi Q5 und Opel Grandland X warm anziehen müssen.

Ai-Ways U5

Ai-Ways U5

State of the Art Technik für um die 25’000 Euro

Mit einer 63 kWh Batterie, einer Leistung von 140-170 KW (ca. 190-230 PS) und einem Drehmoment von 315 Nm ist der U5 üppig bestückt. Im Standard soll der Wagen eine Reichweite von 460 Kilometern haben. Mit einem zusätzlichen KI-Akkupack sollen noch einmal 100 km dazu kommen, so dass man, mit einer Vollladung, 560 Kilometer weit kommt. Der Innenraum verspricht geruchsfreie, hochwertige Materialien. Ledersitze, Fahrer und Innenraumdisplay (12.3″) für Bordcomputer und Infotainment-System. 3 Fahrmodi inkl. Energierückgewinnung, KI-ID Gesichtserkennung inkl. Erkennung des Gesichtsausdrucks, Zustand und der Bedürfnisse. Folgefunktion für Staus (das Auto folgt im Stau dem vorausfahrenden Auto automatisch mit Abstand). Automatisierter Fahrassistenz. Parkassistenz und natürlich automatisierte System-Upgrades online. Ladeanschlüsse sind für Gleich – und Wechselstrom vorhanden. Per Gleichstrom lässt sich die Batterie in ca. 40 Minuten wieder voll aufladen. Die üblichen elektronischen Fahrerassistenzsysteme wie ESP, ABS etc. sind natürlich inklusive. Das alles soll in Deutschland für 25’000 Euro zu haben sein.

Ai-Ways U5

Ai-Ways U5

Vollkommen in China entwickelt und fast vollständig automatisiert hergestellt

Der Deutsche Vertriebschef, Alexander Klose, der vorher auch für Ford und Volvo in Asien tätig war, betont, dass alles für den Wagen in China entwickelt wurde. Auch die Herstellung würde zu 100 % in China stattfinden. Man könne so günstig sein, da man sich die Produktionsprozesse vorher genauestens angesehen, optimiert und dann ganz neu erstellt hätte. Daraus wäre eine fast weitgehend automatisierte und sehr effiziente Fertigung entstanden. Um die 450 Roboter kümmern sich z.B. dabei um den Rohbau und die Lackierung. Auch im Bereich Vertrieb würde man, ähnlich wie Tesla, neue Wege gehen. Das Auto soll direkt über das Internet bestellbar sein. Eigene Verkaufsräume und Niederlassungen sind nicht vorgesehen. Probefahrten und Wartung würden durch Partner vor Ort angeboten.

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Über den Autor

Gordian Hense
Gordian Hense, Dipl. Wirtschaftsingenieur (FH) war lange Jahre in der Deutschen Automobilindustrie tätig und beschäftigt sich seit dem mit diesem Thema. Neben Fahrzeugen aller Art begeistern ihn auch die Themen Software, Internet, Online-Marketing, Politik, Wirtschaft und Gesundheit.