Dashcam / Video-Kamera im Auto nützlich und sinnvoll?

By Gordian Hense
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Seit einiger Zeit werden auch in der Schweiz sogenannte Dashcams für Autos verkauft. Dashcams sind Video-Kameras die man leicht an der Windschutzscheibe oder auch an der Heck- oder Seitenscheibe seines Autos befestigen kann und damit den Fahrverlauf und den Verkehr aufnehmen kann.

Beweissicherung und Prävention – günstigere Versicherungsprämien

In den USA gehören Dashcams bereits bei einigen Fahrzeugen zur Standardausstattung, da Studien gezeigt haben, das besonders bei Fahranfängern damit die Risiken von unüberlegten Fahrverhalten und damit einhergehenden Unfällen reduziert wurden. Das Besondere in den USA, die Kameras zeichnen oft auch den Innenraum auf. So wird schnell erkennbar, ob der Fahrer bei einem Unfall z.B. gerade mit anderen Dingen beschäftigt war und damit den Unfall verursacht hat. Natürlich ist das Hauptaugenmerk darauf gelegt den Verkehr vor sich zu filmen um beweisen zu können, dass andere Verkehrsteilnehmer, im Falle eines Unfalls, einen Fehler begangen haben. In den USA und einigen anderen Ländern wird deshalb der Einsatz von solchen Kameras und anderen Geräten (Black-Box) zum Aufzeichnen zur Beweisführung mit Prämienvergünstigung belohnt. Aber diese Kameras dienen auch einer passiven Sicherheit im Strassenverkehr oder auch ausserhalb.

Reduzierung aggressiven Potentials und Erhöhung der Bereitschaft Regeln einzuhalten

Die Video-Kameras sorgen in dieser Hinsicht auch für eine Prävention vor falschem Verhalten im Strassenverkehr. Aggressives und gefährliches Verhalten von Verkehrsteilnehmern ist auch heute in der Schweiz an der Tagesordnung. Leider wird dagegen zu wenig unternommen, ja das Thema wird nicht einmal thematisiert. Wird eine Video-Kamera im Auto erkannt reduzieren die Protagonisten ihre aggressives Potential oft dramatisch. Das soll heissen, sie werden auf einmal ganz brav, halten sich an die Abstandsregeln, fahren mit vorgeschriebener Geschwindigkeit und zeigen einem nicht sofort den Stinkefinger, wenn man sich an die vorgeschriebenen Regeln hält. Video-Kameras tragen also auch zur passiven Sicherheit im Strassenverkehr aller bei. Aber nicht nur das. Die meisten dieser Kameras haben Bewegungsmelder und können so eingestellt werden, dass sie die Aufnahme starten wenn sich um  das Fahrzeug, oder wo immer sie angebracht ist, sich etwas bewegt. Ein guter, passiver Schutz gegen Vandalismus, Sachbeschädigung und Diebstahl. Ausserdem auch hier zum Beweis.

Schöne Aufnahmen von dem Ausflug für die Oma, noch nach Jahren eine Erinnerung

Aber Video-Kameras in Autos haben mehr als diesen Zweck. Einmal mehr ist es für den Fahrer eine tolle Möglichkeit eine schöne Fahrt aufzunehmen und später am PC oder Fernseher anzusehen. Andere können dann an den schönen Aufnahmen teilhaben und die Fahrt sozusagen mitempfinden. Die Oma, Mutter oder der bettlägrige Vater kann so in den Genuss eines visuellen Ausflugs in die Berge kommen, welche seine Kinder oder Enkel unternommen haben.

Datenschutz und Kritik

Natürlich wird bei diesem Thema auch wieder das Pferd von hinten aufgezäumt. Allbekannte Kritiker haben denn auch sogleich alle möglichen Argumente gegen die Verwendung von Dashcams in der Schweiz aufgeführt. Es würde der Datenschutz nicht eingehalten, wenn fremde Personen ungefragt gefilmt würden. Obwohl man einzelne Personen mit solchen Kameras nur richtig erkennt, wenn sie direkt vor dem Wagen stehen. Dabei wird auch nicht thematisiert, dass man heute auf dem Paradeplatz in Zürich gleichzeitig von mehreren hundert Chinesen oder anderen Touristen „ungefragt“ gefilmt wird und da auch kein Schutz durch den Staat angestrebt ist. Der Schutz der Persönlichkeit ist eingehalten, wenn mit dem Material, ohne Genehmigung, keine Veröffentlichung gemacht wird oder sie kommerziell genutzt wird. Ein anderer Punkt ist die Technik und Bedienung. Genau wie man kein Handy während der Fahrt am Ohr benutzen darf, darf man die Dashcam während der Fahrt natürlich nicht bedienen. Also vor der Fahrt einschalten, nach der Fahrt ausschalten. Ich bin mal gespannt ob die Bedienung einer Dashcam genau so gnadenlos und restriktive geahndet wird, wie die Benutzung eines Handys während der Fahrt. Die liegt nämlich, nach meinem subjektiven Empfinden, bei Null. Besonders Lenker grosser, teurer Autos, die sich eine Freisprecheinrichtung locker leisten könnten, sieht man immer wieder lässig mit dem Handy am Ohr herumfahren und nie von der Polizei angehalten. Natürlich muss eine Dashcam verkehrssicher, z.B. so wie ein nachgerüstetes Navigationssystem, angebracht sein und die Sicht und Bewegungsfreiheit des Fahrers nicht beeinträchtigen. Eigentlich sollte die Politik und Polizei den Einsatz der Dashcams begrüssen, aber man hat oft das gegenteilige Gefühl.

Fazit und Kauf

Dashcams sind, im Gegensatz zu manch anderem Autozubehör, eine echte Bereicherung für Fahrzeuge aller Art und ihrer Besitzer. Sie tragen zu mehr Sicherheit und Prävention gegen Unfälle bei und liefern schöne Erinnerungen an eine tolle Fahrt. Für Versicherungs- und Rechtsfälle können sie als Beweis dienen, wenn der Richter sie anerkennt, und sie beugen gegen Vandalismus und Kriminaldelikte vor. Zu beziehen sind solche Kameras zu recht günstigen Preisen z.B. bei www.pearl.ch oder www.conrad.ch.

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Über den Autor

Gordian Hense
Gordian Hense, Dipl. Wirtschaftsingenieur (FH) war lange Jahre in der Deutschen Automobilindustrie tätig und beschäftigt sich seit dem mit diesem Thema. Neben Fahrzeugen aller Art begeistern ihn auch die Themen Software, Internet, Online-Marketing, Politik, Wirtschaft und Gesundheit.