• Home
  • BYD DOLPHIN G DM-i startet in der Schweiz
BYD Dolphin G DM-i

BYD DOLPHIN G DM-i startet in der Schweiz

Ist dieses Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich unschlagbar?

Mit dem DOLPHIN G DM-i bringt BYD einen ungewöhnlichen Kleinwagen auf den Schweizer Markt. Er verbindet einen kräftigen Elektroantrieb, eine extern aufladbare Batterie und einen sparsamen Benzinmotor mit Preisen, die kaum über jenen etablierter Vollhybride liegen. Vor allem die Version Boost mit 105 Kilometern elektrischer WLTP-Reichweite und 212 PS erscheint auf dem Papier bemerkenswert attraktiv.

Doch ein günstiger Listenpreis allein macht noch kein gutes Auto. Entscheidend ist, wie überzeugend das Gesamtkonzept aus Antrieb, Reichweite, Platzangebot, Verbrauch, Ausstattung, Ladeleistung und langfristiger Alltagstauglichkeit ausfällt. Und hier zeigt sich: Der neue BYD besitzt tatsächlich das Potenzial, die Kräfteverhältnisse im Kleinwagensegment zu verändern – allerdings nur, wenn sein Besitzer ihn auch so nutzt, wie ein Plug-in-Hybrid genutzt werden sollte.

Ein Plug-in-Hybrid in einer fast verlassenen Marktnische

Der europäische Kleinwagenmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Viele Hersteller haben ihre kleinsten Modelle eingestellt, verteuert oder vollständig auf Elektroantrieb umgestellt. Der klassische Kleinwagen mit Verbrennungsmotor lebt zwar weiter, doch technisch aufwendige Plug-in-Hybridantriebe waren in dieser Preisklasse bislang kaum wirtschaftlich darstellbar.

BYD nutzt diese Lücke. Der DOLPHIN G DM-i ist mit 4,16 Metern Länge zwar kein winziger Stadtwagen, gehört aber weiterhin zum B-Segment. Mit einer Breite von 1,825 Metern und einem Radstand von 2,61 Metern nähert er sich beim Raumangebot bereits der Kompaktklasse an.

Nach der gegenwärtigen Angebotssituation ist er der einzige als klassischer Hatchback ausgelegte Plug-in-Hybrid seiner Grössen- und Preisklasse in der Schweiz. Damit konkurriert er nicht nur mit anderen Plug-in-Hybriden, sondern gleichzeitig mit Vollhybriden wie dem Toyota Yaris und Renault Clio E-Tech, günstigen Benzinern, kleinen Elektroautos und kompakten Crossovern.

Die ersten Schweizer Auslieferungen haben im August 2026 begonnen. BYD bietet vier Ausstattungsversionen an:

VersionPreis abBatteriee-ReichweiteGesamt-ReichweiteSystemleistung
ActiveCHF 26’4907,4 kWh40 km1’020 km176 PS
BoostCHF 29’49018,3 kWh105 km1’040 km212 PS
ComfortCHF 30’99018,3 kWh105 km1’040 km212 PS
SportCHF 31’99018,3 kWh105 km1’040 km212 PS

Alle Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen. Gerade die Preisdifferenz zwischen Active und Boost verdient Aufmerksamkeit: Für CHF 3’000 Aufpreis erhält der Käufer nicht bloss einige Komfortdetails, sondern eine deutlich grössere Batterie, 36 zusätzliche PS, mehr als die doppelte elektrische Reichweite, eine höhere AC-Ladeleistung, DC-Schnellladen und die Vehicle-to-Load-Funktion. Damit dürfte der Boost für viele Käufer das ausgewogenste Angebot darstellen.

BYD Dolphin G DM-i
BYD Dolphin G DM-i

Was bedeutet DM-i beim BYD DOLPHIN G?

DM steht bei BYD für „Dual Mode“, das zusätzliche „i“ für die auf Effizienz ausgerichtete intelligente Steuerung des Systems. Technisch handelt es sich um einen Plug-in-Hybrid, dessen grundlegende Betriebslogik stärker vom Elektroauto als vom klassischen Verbrenner geprägt ist.

Der Elektromotor übernimmt im Alltag den grössten Teil der Antriebsarbeit. Der 1,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 95 PS unterstützt das System, indem er Strom erzeugt oder bei geeigneten Geschwindigkeiten mechanisch in den Antrieb eingebunden wird. Bei höherem Tempo kann der Verbrennungsmotor die Räder direkt antreiben, wenn dies effizienter ist als die Umwandlung von mechanischer in elektrische Energie und wieder zurück.

Diese Kombination aus seriellem und parallelem Hybridbetrieb unterscheidet das DM-i-Konzept von einfachen Mildhybriden und vielen herkömmlichen Plug-in-Hybriden. Der Fahrer soll möglichst häufig das unmittelbare Ansprechverhalten, die Laufruhe und die gleichmässige Beschleunigung eines Elektroautos erleben. Der Benzinmotor bildet vor allem die energetische Rückversicherung für längere Strecken.

Die Vorderräder werden von einem Elektromotor mit 163 PS und 210 Newtonmetern angetrieben. Die maximale Systemleistung beträgt beim Active 176 PS, bei Boost, Comfort und Sport 212 PS. Sämtliche Versionen beschleunigen nach den vorliegenden Werksangaben in 8,3 Sekunden von null auf 100 km/h und erreichen 180 km/h.

Das sind für einen alltagstauglichen Kleinwagen mehr als ausreichende Werte. Der DOLPHIN G DM-i ist kein Sportmodell, besitzt aber genügend Reserven für Autobahnauffahrten, Überholvorgänge und Schweizer Passstrassen.

105 Kilometer elektrische Reichweite verändern die Nutzung

Die elektrische WLTP-Reichweite von bis zu 105 Kilometern ist nicht nur ein werbewirksamer Zahlenwert. Sie verschiebt den praktischen Nutzen des Fahrzeugs deutlich in Richtung Elektroauto.

Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik lag die durchschnittliche Länge eines Schweizer Arbeitswegs zuletzt bei rund 14 bis 15 Kilometern pro Strecke. Ein typischer Pendler fährt somit ungefähr 30 Kilometer am Tag. Selbst wenn die reale elektrische Reichweite im Winter, auf der Autobahn oder bei ungünstigen Bedingungen deutlich unter dem WLTP-Wert liegt, dürfte die 18,3-kWh-Batterie für mehrere durchschnittliche Arbeitstage ausreichen.

Für Besitzer mit Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz kann der Benzinmotor deshalb im normalen Wochenverlauf weitgehend ungenutzt bleiben. Erst auf längeren Wochenendfahrten, Ferienreisen oder ungeplanten Strecken wird er zum entscheidenden Vorteil.

BYD nennt eine kombinierte WLTP-Gesamtreichweite von bis zu 1’040 Kilometern. Dazu trägt neben der Batterie ein 42-Liter-Benzintank bei. Der Fahrer erhält damit ein Auto, das im täglichen Nahverkehr elektrisch bewegt werden kann, auf Langstrecken aber weder lange Ladepausen noch eine detaillierte Routenplanung verlangt.

Gerade in der Schweiz kann diese Kombination attraktiv sein. Nicht jeder Bewohner einer Mietwohnung verfügt über eine zuverlässig verfügbare Ladestation. Gleichzeitig führen längere Fahrten häufig ins Ausland oder durch Regionen, in denen öffentliche Ladepunkte zwar vorhanden sind, aber nicht immer am gewünschten Ort zur Verfügung stehen.

BYD Dolphin G DM-i
BYD Dolphin G DM-i

Verbrauch: Warum 1,4 Liter nicht die ganze Wahrheit sind

Für Boost, Comfort und Sport nennt BYD einen gewichteten WLTP-Kraftstoffverbrauch von 1,4 Litern pro 100 Kilometer sowie einen gewichteten Stromverbrauch von 6,3 kWh pro 100 Kilometer. Beim Active sind es 2,6 Liter und 11,1 kWh. Diese Angaben sind korrekt nach dem vorgeschriebenen Prüfverfahren ermittelt, dürfen aber nicht wie der Verbrauch eines gewöhnlichen Benziners gelesen werden.

Der gewichtete PHEV-Wert setzt voraus, dass ein erheblicher Anteil der Fahrstrecke mit geladener Batterie zurückgelegt wird. Ist die Batterie weitgehend entladen und arbeitet das Fahrzeug im normalen Hybridbetrieb, gibt BYD für die grösseren Batterieversionen 4,5 Liter pro 100 Kilometer an. Beim Active sind es 4,3 Liter.

Die entscheidenden Verbrauchswerte lauten daher:

BetriebszustandBoost, Comfort und Sport
Gewichteter WLTP-Verbrauch1,4 l/100 km plus 6,3 kWh/100 km
Verbrauch bei entladener Batterie4,5 l/100 km
Rein elektrische WLTP-Reichweite105 km
Kombinierte WLTP-Reichweitebis zu 1’040 km

Eine Modellrechnung verdeutlicht die Grössenordnung. Der Medianpreis für Haushaltsstrom liegt in der Schweiz 2026 bei 27,7 Rappen je Kilowattstunde. Bleifrei 95 kostete laut Touring Club Schweiz am 20. August 2026 im Durchschnitt rund CHF 2,02 je Liter.

Auf Basis der gewichteten WLTP-Werte ergeben sich damit rechnerische Energiekosten von ungefähr CHF 4,57 pro 100 Kilometer: rund CHF 1,75 für Strom und CHF 2,83 für Benzin. Im Hybridbetrieb mit entladener Batterie wären es bei 4,5 Litern etwa CHF 9,09 pro 100 Kilometer.

Die tatsächlichen Kosten hängen von Ladetarif, Ladeverlusten, Temperatur, Streckenprofil und Fahrweise ab. Wer ausschliesslich an teuren öffentlichen Schnellladestationen lädt, kann den Kostenvorteil erheblich verkleinern. Wer zu Hause, am Arbeitsplatz oder mit eigenem Solarstrom lädt, dürfte dagegen deutlich günstiger fahren.

Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Der DOLPHIN G DM-i kann sehr sparsam sein, aber er ist kein Wunderauto, das unabhängig vom Nutzungsverhalten dauerhaft 1,4 Liter verbraucht. Sein wirtschaftlicher Vorteil entsteht durch regelmässiges Laden.

Diese Einschränkung betrifft nicht nur BYD. Auswertungen der Europäischen Kommission und neuerer Forschungsarbeiten zeigen, dass Plug-in-Hybride im europäischen Realbetrieb vielfach wesentlich mehr Kraftstoff verbrauchen als in den ursprünglichen Prüfannahmen. Als Hauptgrund gilt, dass viele Fahrzeuge zu selten geladen und zu häufig mit dem Verbrennungsmotor gefahren werden. Eine Analyse von rund 1,4 Millionen europäischen Plug-in-Hybriden ermittelte für die Zulassungsjahrgänge 2021 bis 2023 einen realen Durchschnittsverbrauch von ungefähr 6,0 bis 6,2 Litern pro 100 Kilometer.

Der DOLPHIN G DM-i könnte dank seiner vergleichsweise grossen elektrischen Reichweite besser abschneiden als ältere Plug-in-Hybride mit 30 oder 40 Kilometern Reichweite. Belastbare unabhängige Langzeitdaten für das neue Modell liegen zum Marktstart jedoch noch nicht vor.

BYD Dolphin G DM-i
BYD Dolphin G DM-i

Unterschiedliche Ladetechnik je nach Version

Beim Laden zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen der Basisversion und den drei höher positionierten Modellen.

Der Active lädt einphasig mit maximal 3,3 kW. Die kleine 7,4-kWh-Batterie benötigt von 15 auf 100 Prozent rund zwei Stunden. DC-Schnellladen und Vehicle-to-Load sind bei dieser Version nicht vorgesehen.

Boost, Comfort und Sport laden einphasig mit bis zu 6,6 kW. Eine vollständige Ladung von 15 auf 100 Prozent dauert nach Herstellerangaben ungefähr 2,9 Stunden. Zusätzlich unterstützen diese Versionen DC-Laden mit maximal 39 kW. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll 26 Minuten beanspruchen.

39 kW wirken im Vergleich zu aktuellen Elektroautos bescheiden. Für eine 18,3-kWh-Batterie ist die Ladeleistung jedoch ausreichend. Ob das Nachladen eines Plug-in-Hybrids an einer öffentlichen Schnellladestation finanziell sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Tarif ab. Praktisch ist die DC-Funktion vor allem dann, wenn während eines Einkaufs oder einer Pause rasch zusätzliche elektrische Reichweite aufgenommen werden soll.

Die serienmässige V2L-Funktion der grossen Batterieversionen liefert bis zu 3,3 kW an externe Geräte. Damit kann das Fahrzeug beim Camping, bei Veranstaltungen, für Werkzeuge oder im Notfall als mobile Stromquelle dienen.

Raumangebot auf dem Niveau grösserer Fahrzeuge

Mit 4,16 Metern Länge bleibt der DOLPHIN G DM-i stadtverträglich. Der Radstand von 2,61 Metern und die Fahrzeugbreite von 1,825 Metern schaffen jedoch Voraussetzungen für einen überraschend geräumigen Innenraum.

Das Kofferraumvolumen beträgt insgesamt 425 Liter. Davon entfallen 380 Liter auf den eigentlichen Gepäckraum und 45 Liter auf ein zusätzliches Fach unter dem Ladeboden. Bei umgeklappten Rücksitzen stehen bis zu 1’225 Liter zur Verfügung.

Damit übertrifft der BYD auf dem Papier zahlreiche etablierte Kleinwagen. Der neue Renault Clio bietet beispielsweise bis zu 391 Liter, während der Toyota Yaris deutlich kompakter ausfällt. Auch für kleine Familien, Geschäftsreisende oder Freizeitnutzer dürfte der DOLPHIN G genügend Platz bieten.

Das Fahrzeuggewicht zeigt allerdings die Kehrseite des aufwendigen Antriebs. Der Active wiegt 1’440 Kilogramm, die Versionen mit grosser Batterie rund 1’555 Kilogramm. Ein vergleichbarer Kleinwagen mit konventionellem Antrieb ist oft mehrere hundert Kilogramm leichter. Das zusätzliche Gewicht kann sich auf Reifenverschleiss, Fahrdynamik und Verbrauch auswirken, insbesondere wenn die Batterie selten geladen wird.

Preisvergleich: Wo der BYD seine Wettbewerber unter Druck setzt

Direkte Konkurrenten sind schwer zu benennen, weil derzeit kein anderes Modell die gleiche Kombination aus Karosserieform, Plug-in-Hybridantrieb, elektrischer Reichweite, Leistung und Preis bietet.

ModellAntriebLeistungPreis in der SchweizEntscheidender Unterschied
BYD DOLPHIN G DM-i ActivePlug-in-Hybrid176 PSab CHF 26’49040 km elektrische Reichweite
BYD DOLPHIN G DM-i BoostPlug-in-Hybrid212 PSab CHF 29’490105 km elektrisch, DC-Laden und V2L
Renault Clio E-Tech Full HybridVollhybrid160 PSab CHF 26’500kein externes Laden erforderlich
Toyota Yaris Hybrid 116Vollhybrid116 PSregulär CHF 26’400, zeitweise mit Prämie günstigerbewährte Hybridtechnik und dichtes Servicenetz
BYD DOLPHIN SURFElektroautoje nach Versionab CHF 20’990lokal emissionsfrei, aber ohne Benzinreserve

Der Renault Clio E-Tech kostet mit Vollhybridantrieb praktisch gleich viel wie der DOLPHIN G Active. Er benötigt keine externe Ladestation und weist einen WLTP-Verbrauch von rund 3,9 Litern pro 100 Kilometer auf. Sein Vorteil liegt in der unkomplizierten Nutzung. Der BYD bietet dagegen mehr Systemleistung, mehr Kofferraum und die Möglichkeit, zumindest 40 Kilometer rein elektrisch zurückzulegen.

Der Toyota Yaris Hybrid ist mit 3,8 bis 4,1 Litern pro 100 Kilometer besonders sparsam. Toyota besitzt zudem jahrzehntelange Erfahrung mit Vollhybriden, ein etabliertes Servicenetz und voraussichtlich eine gut kalkulierbare Wertentwicklung. Gegen den DOLPHIN G Boost wirkt der Yaris bei Leistung, Raumangebot und elektrischer Fahrfähigkeit jedoch deutlich zurückhaltender.

Wer zuverlässig zu Hause laden kann und selten mehr als 200 bis 300 Kilometer am Tag fährt, sollte auch ein reines Elektroauto prüfen. Der günstigere DOLPHIN SURF oder Modelle anderer Hersteller können im Betrieb einfacher, effizienter und wartungsärmer sein. Der DOLPHIN G rechtfertigt seinen zusätzlichen Verbrennungsmotor vor allem dann, wenn regelmässig lange Strecken gefahren werden oder die öffentliche Ladeinfrastruktur bewusst nicht zum bestimmenden Faktor einer Reise werden soll.

Umfangreiche Ausstattung, aber noch offene Langzeitfragen

BYD stattet den DOLPHIN G DM-i mit zahlreichen Assistenz- und Komfortsystemen aus. Je nach Version gehören dazu ein 12,8-Zoll-Touchscreen mit integrierten Google-Diensten, digitales Kombiinstrument, Head-up-Display, 360-Grad-Kamera, kabelloses Laden des Smartphones, Sitzheizung, Ambientebeleuchtung und digitaler Fahrzeugschlüssel.

Zu den Assistenzsystemen zählen unter anderem automatische Notbremsung, Spurhalte- und Notfall-Spurhalteassistent, Totwinkelüberwachung sowie Warn- und Bremssysteme für den querenden Verkehr vor und hinter dem Fahrzeug.

Zum Zeitpunkt des Schweizer Marktstarts liegt allerdings noch kein eigenständiges, öffentlich dokumentiertes Euro-NCAP-Ergebnis für den DOLPHIN G DM-i vor. Die Fünf-Sterne-Bewertung des vollelektrischen BYD DOLPHIN aus dem Jahr 2023 darf nicht automatisch auf das konstruktiv unterschiedliche neue Modell übertragen werden. Die vorhandene Sicherheitsausstattung ist umfangreich; eine unabhängige Prüfung der passiven und aktiven Sicherheit bleibt dennoch abzuwarten.

Ähnliches gilt für die Langzeitqualität. BYD entwickelt und produziert viele Kernkomponenten selbst, darunter Batteriezellen, Leistungselektronik, Elektromotoren und Fahrzeughalbleiter. Diese vertikale Integration ist ein wichtiger Kostenvorteil und kann die technische Abstimmung verbessern. Für Schweizer Kunden bleiben aber auch das wachsende Händlernetz, die Ersatzteilversorgung, die Werkstattkompetenz, Softwarequalität und der spätere Wiederverkaufswert relevant.

Positiv fällt das Garantiepaket aus. BYD nennt für den DOLPHIN G DM-i eine Fahrzeuggarantie von acht Jahren oder 200’000 Kilometern. Die Blade-Batterie ist bis zu acht Jahre oder 250’000 Kilometer abgesichert, wobei eine verbleibende Kapazität von mindestens 70 Prozent garantiert wird. Die konkreten Garantiebedingungen und vorgeschriebenen Wartungsintervalle sollten Käufer dennoch vor Vertragsabschluss prüfen.

Fahrtest und Eindruck

Ich habe den BYD DOLPHIN G DM-i rund um Zürich getestet. Ich habe noch nie ein Fahrzeug in diesem Segment erlebt, das solch eine umfangreiche Ausstattung und einen vollständigen Funktionsumfang hatte. Alles ist gut durchdacht, hochwertig und für die Nutzung des Benutzers zum Vorteil ausgelegt. Der gesamte Wagen macht innen wie aussen einen grundsoliden, durchdachten und fast luxuriösen, modernen Eindruck. Das Lenkrad liegt gut in der Hand, die Bedienelemente sind leicht und logisch zu nutzen. Über das Display lassen sich sehr viele Einstellungen vornehmen und das System ist schnell. Die Software lädt sofort, ohne zu warten, und ist gut und modern gestaltet sowie leicht zu bedienen. Es gibt nur wenige manuelle Knöpfe. Diese sind aber praktisch. Aber das Wesentliche ist: Man steigt ein, startet das Fahrzeug und fährt leise und elegant los. Ganz unkompliziert – sicher eine Wohltat im Alltag. Man muss nicht erst einmal alle möglichen Einstellungen vornehmen. Gegenüber anderen Fahrzeugen in diesem Segment ist der Funktionsumfang geradezu üppig. Ausserdem sind die Funktionen leicht zu finden und zu bedienen. Sollte man denn etwas verstellen wollen. Die Standardeinstellungen kann man alle so lassen, wie sie bei Auslieferung eingestellt sind.

Übrigens hat uns von den Sicherheitsfeatures her nur eines genervt, das ist der Aufmerksamkeits-Assistent. Wenn man sich rege mit dem Sitznachbarn unterhält, meckert er herum. Aber das ist ja bei jedem neueren Wagen so. Dafür waren andere Sicherheitsfeatures nicht zu bemerken, aber vorhanden.

Das Multimedia-System bietet alles, was heute ein modernes System in einem Fahrzeug benötigt. Und es bietet die Möglichkeit, weitere Android-Apps zu installieren. Man loggt sich bei Google ein und wählt die Apps aus, die man zusätzlich nutzen will. Ein bisschen ähnelt die Oberfläche der eines in einem Tesla. BYD hat wohl viel davon gelernt. Die Klimaanlage ist gut und lässt sich leicht bedienen. Die Sitze bieten guten Halt und machen einen angenehmen und soliden Eindruck. Der Fahrersitz ist elektrisch verstellbar. Die Rücksitze bieten viel Bein- und Kopffreiheit. Was grosse Menschen sicher sehr positiv betrachten werden.

Das Fahrzeug hat ein hochwertiges und praktisches Fahrverhalten. Durch den Schwerpunkt weit unten in der Mitte, liegt das Auto sehr gut auf der Strasse. Fahrgeräusche sind mir praktisch nicht aufgefallen. Im Innern war es sehr schön ruhig. Von den serienmässigen, energiesparenden Hankook – Reifen hört man nichts. Die 210 Nm machen sich beim Beschleunigen positiv bemerkbar. Obwohl wir mit voller Batterie eine Stunde unterwegs waren und auch mal 80 km/h und mehr gefahren sind, hat sich der Verbrennungsmotor nicht eingeschaltet. Ich kenne ähnliche Systeme als Vollhybrid. Da schaltet sich der Benzinmotor sehr früh bei Beschleunigung oder am Berg ein und heult laut auf. Das passiert mit dem BYD DOLPHIN G DM-i nicht. BYD macht seinem Versprechen, möglichst viel mit reinem E-Antrieb fahren zu lassen, alle Ehre. Obwohl das Fahrzeug eine Rekuperation verwendet, ist diese praktisch im Alltag nicht bemerkbar. Allerdings kann man sie von Standard auf Stark stellen, was ich noch nicht ausprobiert habe. Dass der Wagen nur Frontantrieb hat, wird auch nicht bemerkt. Wenn man kräftig beschleunigt, drehen die Vorderreifen nicht einfach durch, wie ich es bei einem ähnlichen Fahrzeug einer europäischen Marke erlebt habe. Auch das spricht für den BYD DOLPHIN G DM-i.

Durch die Gesamtreichweite von bis zu 1’040 km ohne Tanken oder Laden ist das Fahrzeug auch für „lazy“ Fahrer ein absoluter Knaller und in dieser Preisklasse sonst nicht zu haben.

Ich bin schwer beeindruckt, wie sich die Qualität, die Ausstattung und der Funktionsumfang bei chinesischen Fahrzeugen in ein paar Jahren so positiv entwickelt haben. Und das zu einem Preis, bei dem man Fahrzeuge aus Europa nur in der Holzklasse kaufen kann. Aus meiner Sicht bekommt man für den Preis eines BYD DOLPHIN G DM‑i, sehr viel Gegenwert. Europäische Hersteller werden es schwer haben, gleichzuziehen.

Für wen ist der DOLPHIN G DM-i die richtige Wahl?

Besonders gut passt der BYD zu Fahrern, die den grössten Teil ihrer täglichen Strecken elektrisch zurücklegen können, gleichzeitig aber regelmässig längere Reisen unternehmen. Eine private oder berufliche Lademöglichkeit ist dabei der wichtigste Faktor.

Die Version Boost erscheint als besonders interessante Konfiguration. Sie kostet nur CHF 3’000 mehr als der Active, bietet aber 105 statt 40 Kilometer elektrische Reichweite, 212 statt 176 PS, schnelleres AC-Laden, DC-Laden und V2L. Wer den Wagen tatsächlich als Elektroauto für den Alltag und als Hybrid für die Langstrecke nutzen möchte, erhält hier das schlüssigere Gesamtpaket.

Der Active ist vor allem für Käufer interessant, die einen günstigen Einstiegspreis suchen, nur kurze elektrische Strecken zurücklegen oder häufig im normalen Hybridbetrieb fahren. Allerdings konkurriert er dann unmittelbar mit etablierten Vollhybriden, die ohne Ladekabel auskommen und teilweise effizienter oder leichter sind.

Wenig sinnvoll ist der DOLPHIN G für Besitzer, die weder zu Hause noch am Arbeitsplatz laden können und auch sonst kaum zum Ladekabel greifen wollen. In diesem Fall trägt man Batterie, Elektrotechnik und zusätzliches Gewicht mit sich, ohne den grössten Vorteil des Fahrzeugs zu nutzen. Ein klassischer Vollhybrid wäre dann häufig die unkompliziertere Wahl.

Fazit: Ein aussergewöhnliches Angebot – aber nicht für jedes Nutzungsprofil

Der BYD DOLPHIN G DM-i besitzt eines der stärksten Preis-Leistungs-Verhältnisse, die derzeit im Schweizer Kleinwagensegment angeboten werden. Besonders der Boost kombiniert 212 PS, 105 Kilometer elektrische Reichweite, einen grossen Kofferraum, DC-Ladefähigkeit, V2L und eine umfangreiche Garantie zu einem Preis von unter CHF 30’000.

„Unschlagbar“ wäre dennoch ein zu grosses Wort. Der Renault Clio und Toyota Yaris benötigen keine externe Ladestation, sind technisch erprobt und im Betrieb unkompliziert. Reine Elektroautos arbeiten effizienter und verzichten vollständig auf die Komplexität eines zweiten Antriebssystems. Günstige Benziner wiederum bleiben beim Kaufpreis deutlich unter dem BYD.

Die eigentliche Stärke des DOLPHIN G liegt nicht darin, jeden dieser Konkurrenten in sämtlichen Disziplinen zu übertreffen. Sie liegt in der aussergewöhnlich breiten Kombination seiner Fähigkeiten. Er kann im Alltag wie ein Elektroauto genutzt werden, bewältigt lange Reisen ohne Ladeplanung, bietet viel Raum und kostet kaum mehr als ein gut ausgestatteter Vollhybrid.

Wer regelmässig lädt, dürfte ein ausgesprochen vielseitiges und wirtschaftliches Fahrzeug erhalten. Wer das Ladekabel dagegen dauerhaft im Kofferraum liegen lässt, verschenkt einen grossen Teil des Konzepts. Der DOLPHIN G DM-i ist deshalb weniger ein Hybrid für Unentschlossene als ein Elektroauto für Fahrer, die auf längeren Strecken noch nicht vollständig auf den Benzintank verzichten wollen.

 

Dieser Artikel wird von gordianhense.com unterstützt. Gordian Hense – GHBC steht seit über 30 Jahren für fundierte Beratung in den Bereichen IT & Business Consulting, Mental Coaching, Wealth Preservation und Personal Publishing Consulting.

 

Bildergalerie

Dieser Text auf carmart.ch wurde von der Gordian Hense, Oftringen, Schweiz, erstellt und zur Verfügung gestellt. Das Copyright für diesen Text liegt bei Gordian Hense, Oftringen, Schweiz. Gordian Hense bietet Dienstleistungen in den Bereichen Business Consulting, Mental Coaching, Wealth Preservation und mehr an. Bei Interesse an diesem Text oder der Erstellung hochwertiger Inhalte wenden Sie sich bitte an Gordian Hense in Oftringen (siehe auch Impressum).

Dein Kommentar