Sind Ganzjahresreifen eine gute Wahl?

Fast immer, wenn es an die Anschaffung eines neuen Reifensatzes geht, kommt die Frage auf, ob man nicht durch den Kauf von Ganzjahresreifen einen kompletten Satz einsparen kann. Die Meinungen dazu gehen stark auseinander. Wir haben uns etwas näher in die Thematik begeben und für Sie die Vor­ und Nachteile zusammengestellt.

In diesem Artikel lernen Sie die Vorteile und Nachteile der Allrounder kennen, sodass Sie Ihre eigene Entscheidung über einen Kauf treffen können.

Zwischen April und Oktober wird üblicherweise auf Sommerreifen gewechselt. In der kalten Zeit sind Winterreifen das höchste Gebot. Der saisonale Wechsel macht nicht nur Sinn, um Bußgelder zu vermeiden, sondern es geht in erster Linie um den Sicherheitsaspekt. Beide Reifentypen unterscheiden sich nämlich sehr stark in Aufbau und Fahrverhalten.

Sommerreifen werden mit einer harten Gummimischung hergestellt, die bei warmen Temperaturen sehr elastisch wird und somit für eine optimale Haftung sorgt. Gleichzeitig sorgt das breite Profil für eine optimale Wasserverdrängung und schützt so vor Aquaplaning. Bei kalten Temperaturen verhärtet sich das Gummi jedoch und die Elastizität geht wieder verloren. Daher wird ab November auf Winterreifen gewechselt.

Winterreifen haben eine wesentlich weichere Gummimischung, sodass sie trotz kalter Temperaturen elastisch bleiben. Sie haben ein schmales Profil, das dafür ausgelegt ist, sich mit Schnee und Eis zu verzahnen, um so eine verbesserte Haftung zu erzielen. Im Sommer haben diese Reifen auf trockener oder nasser Strecke allerdings nur eine geringe Haftung und verdrängen deutlich weniger Wasser, sodass Aquaplaning viel leichter auftreten kann.

Die Vor­ und Nachteile von Ganzjahresreifen

Mit Ganzjahresreifen versuchen die Hersteller, einen Spagat zwischen Sommer­ und Winterreifen zu erzielen. Sie schneiden in vielen Tests gar nicht so viel schlechter ab, als saisonale Reifen. Daher wird oft die Ansicht vertreten, dass man sich einen zweiten Reifensatz komplett sparen kann, indem man sich Ganzjahresreifen zulegt. Der Sicherheitsaspekt ist minimal.

Dagegen steht allerdings das Argument, dass diese Reifen im Extremfall nicht die maximale Sicherheit bieten, die saisonale Reifen mit sich bringen. Dieser Vorteil, auch wenn er noch so minimal erscheint, kann das sprichwörtliche Zünglein an der Waage sein. Nämlich in dem Moment, wenn sich entscheidet, ob Sie die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren oder nicht.

Der saisonale Wechsel ist zwar in der Schweiz keine Pflicht, aber wer mit ungeeigneten Reifen in einen Unfall gerät, haftet unabhängig von der Schuldfrage erheblich mit. Mit Ganzjahresreifen stellt sich diese Frage nicht.

Sollte man also nun besser saisonal wechseln oder lieber auf Ganzjahresreifen setzen? Alle Argumente für und dagegen sind nachvollziehbar. Allerdings ist es sicherlich sinnvoll, sich das einmal sorgfältig zu überlegen. Beachten Sie auch, dass gerade in der Schweiz extreme Wetterbedingungen auftreten können. Letztendlich liegt die Entscheidung aber ganz bei Ihnen.

About the Author

Gordian Hense

Gordian Hense, Dipl. Wirtschaftsingenieur (FH) war lange Jahre in der Deutschen Automobilindustrie tätig und beschäftigt sich seit dem mit diesem Thema. Neben Fahrzeugen aller Art begeistern ihn auch die Themen Software, Internet, Online-Marketing, Politik, Wirtschaft und Gesundheit.

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